Kolumne #2: Stress durch Social Media – verheerende Auswirkungen auf unsere Gesundheit

Stress durch Social Media

Einen Tag ohne Social Media? In unserer Gesellschaft mittlerweile kaum vorstellbar. Die Vorstellung, einen Tag lag nicht erreichbar zu sein, seine E-Mails nicht zu checken, oder nicht sofort zu erfahren, was Freunde den ganzen Tag so treiben, löst – übertrieben ausgedrückt – bei dem Großteil der Menschheit Gefühle der Panik, Angst und Hektik aus. Unser Herzschlag schnellt in die Höhe und wir fühlen uns alles andere als entspannt. Mit dieser Kolumne möchte ich die Vorteile von Social Media alles andere als bestreiten. Denn, diese existieren zu 100% und auch ich möchte Instagram, Facebook und co. auf keinen Fall missen. Trotzdem, da bin ich mir sicher, fördert unser modern vernetzter Alltag Stress und kann auf eine gewisse Weise krank machen.

*Alle gezeigten Teile wurden von mir selbst erworben und stellen daher keine bezahlte Werbung da

Haben wir verlernt uns zu entspannen? 

Eine Frage, die ich mir schon lange stelle und deren Antwort immer mehr dazu tendiert, ins Negative abzurutschen. Denn, ich würde behaupten, ‘Nichts tun’ existiert in unserer Gesellschaft so gut wie nicht. Das Wort ‘Entspannung’ wird immer mehr aus dem Wortschatz verbannt und Leistung ist die neue Definition von Erfolg. Wir schwimmen mit dem Strom und befinden uns tagtäglich in einem Zustand der maximalen Produktivität.

Habe ich alle Mails beantwortet? Habe ich alle To-Do’s, die ich mir heute vorgenommen habe, von meiner Liste abgehackt? Die letzte Mail meines Chefs sollte ich unbedingt noch beantworten. Das ist der berufliche Stress. Hinzu kommt der ganz neu etablierte Stress im Privatleben. Was gibt es Neues auf Instagram? Habe ich das neue Foto meiner Freundin schon kommentiert? 20 neue Benachrichtigungen auf Facebook, auf die reagiert werden sollte. Ach ja, und zu guter letzt sollten auch noch die Nachrichten im Gruppen Chat ‘nachgelesen’ werden. Denn, auf meine Meinung zu den diskutierten Themen wird schließlich auch noch gewartet.

Je länger ich darüber nachdenke, stelle ich mit Erschrecken fest: Nichts tun existiert in unserer Gesellschaft nicht. Multitasking wird zur neuen ultimativen Eigenschaft erklärt. Vor dem Fernseher werden Whats App Nachrichten geschrieben. Auf dem Weg zur Arbeit Instagram gecheckt und in die Badewanne ohne Handy zu steigen kommt sowieso nicht in Frage. Einen ganzen Nachmittag Netflix schauen, oder ein gutes Buch zu lesen, ohne viertelstündlich aufs Handy zu starren. Wann habt ihr das das letzte Mal gemacht? Ich habe wirklich lange überlegt und ich kann die Frage nicht beantworten. Ich weiß es schlichtweg nicht.

Meiner Meinung nach hat die wahnsinnige Präsenz von Social Media maßgeblich dazu beigetragen, dass Entspannung bei vielen Menschen immer mehr in den Hintergrund rutscht. Ein kleines Mittagsschläfchen machen? Lieber nicht. Die News auf Facebook und die neuen Instagram Pics sind zig mal interessanter. Durch Social Media flüchten wir uns in eine andere Welt. Eine Welt, in der alles rosa erscheint, Probleme wie wegrasiert wirken und das High Life im Vordergrund seht. Eine Welt, die uns kurz unsere eigenen Probleme vergessen lässt, diese danach aber präsenter macht als je zuvor.

Eine Studie ergab, dass Jugendliche, die einen Großteil ihrer Zeit auf Social Media verbringen, unglücklicher sind, als Jugendliche, die nur sehr wenig Zeit auf Social Media verbringen. Ein nicht wirklich verwunderliches Ergebnis, wie ich finde. Wie soll man denn bitte mit seinem eigenen Leben zufrieden sein, wenn das Leben anderer auf Social Media viel schöner, luxuriöser und glücklicher wirkt? Wie soll man sich entspannen können, während ‘Freunde’ auf Social Media gerade den “besten” Tag ihres Lebens erleben? Die Nutzung von Social Media verursacht Stress. Psychischen Stress. Und dass sich Stress alles andere als positiv auf unsere Gesundheit auswirkt ist klar, oder?

 

Social Media – Bewusstheit und Achtsamkeit in der Nutzung

Ich habe mich ganz bewusst für dieses Thema für diese Kolumne entschieden, da ich das Thema unglaublich wichtig finde. Denn, ab einem gewissen Punkt nahm mich diese perfekt inszenierte Scheinwelt komplett gefangen. Ich band mir selbst einen gewissen psychischen Druck auf, der meinen Körper ganz schön in ein Ungleichgewicht brachte. Ich wurde gezwungen, meine Gewohnheiten und meinen Tagesablauf zu hinterfragen und wieder auf mich und meine Bedürfnisse zu hören. Social Media hat nicht nur Vorteile, sondern kann das Leben auch ganz schön auf den Kopf stellen. Das habe ich am eigenen Leib erfahren dürfen. Ja, ich verwende absichtlich das Wort ‘dürfen’, denn jetzt bin ich froh über diese Erfahrung. Denn, diese (für mich persönlich neu gewonnene) Bewusstheit und Achtsamkeit im Umgang mit Social Media hat mich unglaublich bereichert und gestärkt. Ich fühle mich wieder lebendig, lebe viel unbeschwerter und kann mit gutem Gewissen sagen: Ich bin glücklich.

Wie nehmt ihr die Nutzung von Social Media und den damit verbundenen Stress war? Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich? Kann Social Media eurer Meinung nach gesundheitliche Probleme verursachen? Habt ihr Tipps, wie man die Nutzung von Social Media kontrollieren kann, um Stress zu reduzieren?

 

Das sind eure Kommentare, Gedanken, Meinungen und Tipps zum Thema

“Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. Welche Entwicklung mir auch immer Sorge bereitet, ist der Fitnesstrend: Du bist nur schön, wenn du eine ‘Thigh Gap’, einen ‘Ab Crack’ oder ähnliches hast. Dieses Bild vom ‘perfekten Körper’ drängt (v.a. junge) Mädchen und Jungs ja förmlich in Essstörungen und übertriebene Sporteinheiten. Und die Body Positivity Kampagne hat dem auch nicht wirklich entgegen gestanden, nachdem super viele gertenschlanke Mädels ihre ‘dicken Oberschenkel’ gezeigt haben. Auch wenn ich im Lupenfeed Profile suche, die tatsächlich mal Real Life zeigen, also ungestellte, vielleicht nur mit Instagram bearbeitete Bilder, dann finde ich da leider kaum welche, weil alle nur ihr perfektes Leben zur Schau stellen. Und ich plädiere hier nicht dafür, seine Tiefschläge zeigen zu müssen, aber auch glückliche Momente liefern nicht immer den perfekten Schnappschuss.” (Jasmin, Psychologie Studentin, @jasminellax)

“Ich merke selbst auch, dass Social Media auf eine gewisse Art und Weise Stress auf mich ausübt, insbesondere wohl auch mehr unterbewusst als man selbst glaubt. Zum Glück habe ich noch keine gesundheitlichen Auswirkungen (wie z.B. Schlafstörungen oder Depressionen) bei mir bemerkt, jedoch weiß ich auch von anderen befreundeten Bloggerinnen, dass diese mit manchen Auswirkungen zu kämpfen haben. Ich mache mir auch ein bisschen Sorgen um die Entwicklung von Social Media, vor allem im Hinblick was es mit jüngeren Menschen macht, die z.B. gerade in der Pubertät sind und stark durch Social Media beeinflusst werden.” (Luise, Bloggerin, @l.u.ise)

Ich nutze seit 4/5 Jahren intensiv Social Media und stelle fest, wie viel Zeit man doch wirklich mit diesen Medien verbringt. Vieles verlagert sich ins Offline. Das geht schon bei WhatsApp und Mailkontakten los, wo alles weniger persönlich läuft. Erinnere mich noch an meine Teeniezeit zurück, wo ich es geliebt habe stundenlang mit meinen Freundinnen zu telefonieren. Mein Hauptmedium ist Instagram, hier verbringe ich schon einige Stunden am Tag. Mal mehr mal weniger, je nachdem was der Job und das Privatleben zulässt. Auswirkungen sind deutlich zu spüren, ich schlafe viel weniger, da ich abends noch am Handy sitze, werde unruhig wenn mal was nicht funktioniert, meine Augen sind über die Jahre schlechter geworden und man gibt viel mehr Geld aus. Instagram ist eine große Inspirationsquelle, wo man wirklich immer wieder angefixt wird. Aber ich wäre auch eben nicht das, was ich jetzt bin ohne die App oder meinen Blog. Man muss sich eben entscheiden, ob es einem die Zeit wert ist und immer einen Ausgleich zur doch eher oberflächlichen Welt haben. Bei mir ist es der Sport und mein Hauptjob im sozialen Bereich, gerade letzteres hält mich immer in der Realität.” (Tatjana, Bloggerin, @tatjana_pastellrose)

2 Kommentare

  1. Kira
    9. Mai 2018 / 22:41

    Ein wirklich wichtiges Thema, was nicht oft genug abghandelt werden kann! Ich war auch wirklich sehr lange Zeit gefangen im Stress-Wahnsinn – kurz vorm Burnout. Ich habe mir einige Taktiken zugelegt, um dem Social-Media Wahnsinn zu entkommen und die Plattformen wirklich nur noch zu nutzen, wenn ich sie brauche, um einen Mehrwert zu generieren.
    1. Immer ausloggen! Man glaubt gar nicht wie oft man sich ungewollt aus Gewohnheit auf eine Social Media Plattform verirrt. Wenn ihr ausgeloggt seid, merkt ihr es bewusst, weil ihr nicht direkt auf euren Newsfeed zum Scrollen kommt sondern Euch erst bewusst einloggen müsst.
    2. Das Display auf dem Handy schwarz-weiß schalten! Alle Icons und Farben auf dem Display sind extra so gestaltet, damit man möglichst intensiv getriggert wird auf die Icons zu klicken. Stellt man das Display auf schwarz-weiß, entfallen schon mal die bunten Farben und es ist einfacher zu widerstehen, immer sofort drauf zu klicken.
    3. Vitamin D! Das kommt unerwartet, nicht? 😉
    Das hilft zwar nicht dabei, das Social Media Verhalten zu regulieren, es hilft aber stressresistenter zu werden und mit allem besser umzugehen. Über 30% der Deutschen haben einen Vitamin D Mangel und wissen es nicht. Das führt unter anderem zu einer geringeren Belastbarkeit bei Stress (ich kann auch diesen Artikel hier über Vitamin D empfehlen: https://www.vitaminexpress.org/vitamin-d/). Den Vitamin D Haushalt mal bei Arzt checken zu lassen und bei einem Mangel Vitamin D in der Nahrung zu ergänzen, kann ich nur empfehlen!
    Hoffe das hilft dem Einen oder Andere. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Kira

    • 22. Juni 2018 / 12:47

      Vielen vielen Dank für die tollen Tipps. Kann ich alle nur wirklich unterschreiben! 🙂 Ganz liebe Grüße <3

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Theresa | Blogger & Editor in Chief

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