Kolumne #3: Master Studium – Ja, oder nein? Arbeiten nach dem Bachelor, oder lieben weiter studieren? Ist ein Master sinnvoll, oder verschwendete Zeit?

Kolumne #3: Masterstudium - Ja, oder nein? Ist eine weitere Ausbildung nach dem Bachelor sinnvoll? Braucht man einen Master?

Ihr Lieben, lange ist es her, dass ich hier auf dem Blog eine Kolumne veröffentlicht habe. Die Beiträge sind zwar immer sehr gut bei euch angekommen, leider hatte ich in letzter Zeit einfach keine Zeit mehr dafür gefunden, da andere Aufgaben leider Priorität hatten. Heute kehrt die Kolumne auf STYLEMOCCA jedoch wieder zurück und zwar mit einem brandneuen (und für mich auch brandaktuellen) Thema. Ist ein Masterstudium sinnvoll? Brauche ich überhaupt einen Master? Ist es nicht besser, direkt nach dem Bachelor arbeiten zu gehen? Gute berufliche Chancen auch ohne Bachelor? Diese Fragen habe ich mir letztes Wochenende durch den Kopf gehen lassen und meine Gedanken für euch niedergeschrieben. Außerdem haben einige Leserinnen ihre Meinung zu dem Thema geteilt. Die interessanten (und teilweise auch komplett unterschiedlichen) Urteile und Meinungsäußerungen findet ihr heute in diesem Beitrag.

 

Master Studium – Ja, oder nein? Ist eine weitere Ausbildung nach dem Bachelor sinnvoll? Brauche ich einen Master?

Meine Antwort, die ich für mich ganz persönlich gefunden habe, liegt wohl auf der Hand, denn im Herbst werde ich meinen Marketing Master in London starten. Master Studium – Ja, oder nein? Meine Antwort lautet ja.

Wie gesagt, diese Antwort passt zu mir, zu meiner Situation und zu meinen Präferenzen. Ich glaube, eine verallgemeinernde Antwort hierfür gibt es nicht. Für mich war allerdings immer klar, dass ich nach meinem Bachelor noch einen Master absolvieren möchte. Warum? Wieso um aller Welt, macht sie noch einen Master, wenn ihr jetzt nach dem Bachelor alle Türen offen stehen und sie zudem auch noch selbstständig arbeitet?

Wie gesagt, ich kann nur für mich persönlich sprechen, aber ich empfinde die meisten Bachelor Studiengänge als sehr allgemein. Man bekommt eine gute Grundlage vermittelt und lernt alle wichtigen Themengebiete des jeweiligen Studiums kennen. Wirklich spezifisch ist ein Bachelor Studium allerdings nicht. Um sich nach einem Bachelor also noch Kenntnisse in einem spezifischeren Bereich anzueignen, ist ein Master Studium meiner Meinung nach unabdingbar. Gerade in der heutigen Zeit, in der ein Studium nichts ungewöhnliches ist, kann man sich mit einem Master doch noch ein bisschen von der Masse abheben und macht sich (so sehe ich das zumindest) für Unternehmen auch interessanter. Denn, sucht ein Unternehmen einen neuen Account Manager im Marketing, wird sich dieser mit großer Wahrscheinlichkeit für eine Person mit einem Master in Marketing, als eine Person mit wirtschaftlich-basierten Bachelor entscheiden. Natürlich spielen da auch noch andere Faktoren wie die Persönlichkeit und die Berufserfahrung eine Rolle, aber ausbildungstechnisch hat der Master Absolvent bestimmt einen Vorteil.

Auch wenn es derzeit mein Ziel ist, später einmal selbstständig zu arbeiten: Hätte ich mich nicht für einen Master entschieden, hätte ich glaube ich immer das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Auch wenn ich nicht zwingend in einem Unternehmen arbeiten möchte, glaube ich, dass ein Master dennoch von großem Nutzen für mich sein wird. Mann kann bekanntlich nie genug dazu lernen und außerdem: Sollte ich mich vielleicht irgendwann einmal dazu entscheiden, wieder in ein Unternehmen zu gehen, wird mir der Master bestimmt von Nutzen sein. Die Zukunft ist und bleibt unsicher. Wir wissen nicht, wie sich unser Leben entwickeln wird und vor welche Herausforderung wir gestellt werden. Bildung kann uns niemand mehr nehmen, ist – vor allem in der heutigen Zeit des wachsenden Vergleichs und Konkurrenzkampfes – wahnsinnig wichtig und verschafft uns nur Vorteile in unserer Gesellschaft.

Ob ein Master wirklich sinnvoll ist, oder nicht, ist natürlich subjektiv. Zig Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Wie ist meine Erwartung der Aufstiegschancen in einem Beruf? Wie ist meine Kinderplanung? Lerne ich gerne? Habe ich zufällig nach meinem Bachelor ein tolles Job Angebot? Für mich (meine Denkweise, meine Erwartungen und meine Persönlichkeit) macht ein Master Studium definitiv Sinn, das ist aber lediglich meine subjektive Meinung. Ob der Master, den ich im Herbst starten werde, dann auch wirklich den gewünschten Mehrwert für mich bringt? Das werden wir sehen. Da ich eine recht ehrgeizige Person bin und auch relative gerne lerne (I know, kleiner Freak ;)), werde ich die Entscheidung aber glaube ich auf keinen Fall bereuen. Und den Master Titel habe ich dann auf jeden Fall und leider ist das in vielen Berufszweigen oftmals alles was zählt.

 

Wie steht ihr zu dem Thema? Master Studium – ja, oder nein? Erachtet ihr ein Master Studium als sinnvoll, oder ist es eurer Meinung nach besser, direkt nach dem Bachelor ins Berufsleben einzusteigen? Welche Erfahrungen habt ihr während eures Studiums und in eurer Arbeit gemacht?

 

Master Studium – Ja, oder nein? Das sind eure Meinungen, Denkanstöße und Erfahrungen


Christina, 23, Kommunikationsprojektleitern:

Ich finde das Thema auch super interessant und finde es toll, dass du darüber berichtest. Ich habe Publizistik & Kommunikationswirtschaft in Wien studiert. Ich habe bis jetzt nur den Bachelor absolviert und gleich nach meinem Studium einen super Job im Marketing Bereich als Kommunikationsprojektleiterin bekommen (und das auch ohne Kontakte!). Ich bin der Meinung, dass wenn man sich anstrengt und immer am Ball bleibt, ein Master nicht zwingend notwendig ist. Allerdings bin ich derzeit am überlegen, noch einen Master berufsbegleitend zu machen.

Direkt nach dem Bachelor einen Master zu machen, kam für mich nicht in Frage. Denn, ich wollte zuerst berufliche Erfahrungen machen. Außerdem erschien es mir zu dem damaligen Zeitpunkt nicht sinnvoll, einen Master zu absolvieren. Ich wusste nicht, welchen Master ich überhaupt machen wollen würde und auch nicht, was mir dieser bringen sollte. Daher habe ich mich gegen einen Master entschieden. Bis jetzt bin ich mit meiner Entscheidung sehr glücklich. Denn, ich habe das Gefühl, ich lerne in meinem Beruf viel mehr, als ich es während einem Master machen würde. Natürlich kommt es immer darauf an, in welcher Branche man arbeitet. Bei manchen Berufen ist ein Master bestimmt notwendig und eine Voraussetzung. Bei mir war er das (zum Glück) nicht.

Bei meiner Frage, wie Christina ihre Aufstiegschancen einschätzen würde, antwortet sie: Im Moment denke ich, dass ich die selben Aufstiegschancen habe, wie meine Kollegen und Kolleginnen mit Master. Denn, bei uns zählt Berufserfahrung und nicht der Abschluss.  Abschließend möchte ich auch noch sagen, dass ich jedem einfach nur raten würde, das zu tun, was einem Spaß macht und glücklich macht. Wenn man das tut, was man gerne macht, wird man Erfolg haben. Egal ob mit, oder ohne Master.


Jasmin, 23, aktuell Master Studentin in Psychologie, ab Oktober Auszubildende zur psychologischen Psychotherapeutin:

Ich habe den Master in Psychologie gemacht und muss ehrlich sagen, dass ich im Master nicht viel Neues gelernt habe. Ich habe mich damals für den Master entschieden, da dieser die Voraussetzung für die Psychotherapeuten Ausbildung ist und ich diese unbedingt machen wollte. Für mich war der Master sozuagen Mittel zum Zweck 😉 Trotzdem fand ich es schön, noch etwas länger Studentin zu sein. Außerdem konnte ich die gelernten Inhalte – obwohl sie mir schon bekannt waren – wiederholen und verinnerlichen.

Wenn man Psychologie studiert, ist ein Master fast ein Muss. Ohne bekommt man fast keinen Job und darf sich nicht mal Bachelor in Psychologie nennen. Für die Ausbildung, die dem Facharzt gleichgestellt werden sollte, ist der Master eben erforderlich.


Marion, 25, derzeit Nanny in London, ab September Bachelor Studentin in Eventmanagement:

Grundsätzlich sehe ich persönlich ein Master Studium als sehr sinnvoll an. Nach dem Bachelor besteht oft noch das Interesse, mehr zu lernen bzw. sich einem Bereich zu widmen, der einen persönlich noch mehr interessiert und auf den man sich spezialisieren möchte. Abgesehen davon, wird bei vielen Berufen ein Master verlangt und gerne gesehen. Meines Wissens nach, kann man mit einem Master auch gleich in einer höheren Gehaltsstufe im Beruf starten.

Auch international ist ein Master sehr wertvoll. In manchen Ländern ist es meiner Erfahrung nach richtig schwer “nur” mit Bachelorabschluss einen “guten” Job zu bekommen.

Ein Master Studium zu absolvieren, hat meiner Meinung nach nur Vorteile. Ist jedoch die Motivation mehr zu lernen nicht da, sollte man vermutlich doch beim Bachelor bleiben. Grundsätzlich finde ich es jedoch so, dass man alles nicht versuchte irgendwann bereut.


Laura, 25, Angestellte in einem Personaldienstleistungsunternehmen:

Vor zwei Jahren stand ich selbst vor der Entscheidung – Master machen oder nicht. Ich persönlich habe mich dagegen entschieden. Letztendlich überwiegte bei mir einfach die Lust auf das Berufsleben, mein eigenes Geld zu verdienen und “durchzustarten”. Meiner Meinung nach ist der Master etwas, – das man nachdem man rausgefunden hat, in welche Richtung man gehen möchte – noch immer gut berufsbegleitend machen kann. Bei sehr allgemeinen Studiengängen wie z.B. Wirtschaft, kann es wiederum genau das Masterstudium sein, welches einen zum Experten in einem gewissen Bereich macht und bei dem man sich erst wirklich auf etwas spezialisieren kann.

Ich arbeite nun im Personaldienstleistungsbereich und habe die Erfahrung gemacht, dass vielen Unternehmen mittlerweile nicht die Ausbildung, sondern die Berufserfahrung am allerwichtigsten ist. Ob es also wirklich “nötig” ist einen Master zu machen, bezweifle ich. Dies muss schlussendlich aber jeder für sich selbst entscheiden. Allen, die noch wissbegierig sind, würde ich raten, einen Master zu machen. Was man hat, das hat man. Wer sich dagegen entscheidet, wird meiner Meinung nach aber bestimmt genau dieselben Möglichkeiten haben die Karriereleiter hoch zu klettern.


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Theresa | Blogger & Editor in Chief

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