Uncertainty as Opportunity: Manchmal braucht man keinen Plan um glücklich zu sein

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Lange ist es her, als ich hier auf dem Blog einen Beitrag veröffentlich habe. Vor allem die persönlichen Blogposts, in denen ich euch an meinen Gedanken teilhaben lasse, sind irgendwo im Universum verschwunden. Ich möchte, dass ihr das nicht falsch versteht, aber irgendwie fehlte mir in den letzten Wochen einfach die Lust, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Wie soll ich anderen erklären, was in mir vorgeht, wenn ich selber keine Ahnung habe, was mir mein inneres Ich sagen möchte?

 

Alles was ich in meinem Leben brauchte war Sicherheit & Struktur

Ich war immer ein Mensch, der einen genauen Plan für sein Leben brauchte. Schon in der Volksschule machte ich mir To-Do Listen, war wahnsinnig strukturiert und wurde aus dem Konzept gebracht, wenn mal etwas nicht so funktionierte wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenn ich so an mein bisheriges Leben zurückdenke, wusste ich immer, was als nächstes passieren würde. Jeder Schritt war gut durchdacht, geplant und machte auch immer Sinn. Ich dachte nie wirklich groß darüber nach, welche Auswirkungen meine Entscheidungen auf mein Leben haben würden. Denn, sie machten Sinn, waren sicher und so war ich auch einigermaßen zufrieden mit ihnen. 2014 machte ich mein Abitur, fing danach mein Studium in Innsbruck an und meisterte dieses sehr erfolgreich (ich hatte schließlich auch sehr hohe Erwartungen an mich). Dann war mein Auslandsemester in Melbourne an der Reihe und keinen Monat nachdem mein Auslandsemester begonnen hatte, hatte ich auch schon die Zusage für mein Praktikum bei Zalando in Berlin. Ich war überglücklich, denn Ungewissheit war das Letzte, das ich während meiner Zeit in Australien gebrauchen konnte. Nachdem ich mein Praktikum bei Zalando abgeschlossen hatte, war es Zeit, die Bachelor Arbeit in Angriff zu nehmen. Ohne Komplikationen gab ich die Arbeit zwei Wochen vor dem Abgabetermin ab und stürzte mich nach einer kurzen Pause sofort in den Lernmarathon für die Bachelor Abschluss Prüfung. Diese findet nun am 15. Januar statt und dann halte ich hoffentlich meinen Bachelor Titel in der Hand.

Ihr seht, ich hatte wirklich IMMER einen Plan. Ich wusste immer, wo mich mein Leben als nächstes hinleiten würde. Ob meine Entscheidungen immer richtig waren, weiß ich nicht. Was ich zumindest weiß ist, dass mich diese Struktur und Planbarkeit in einer gewissen Weise glücklich gemacht haben. Ich habe mich sicher gefühlt. In fast zwei Wochen ist die lange Reise des Bachelors nun vorbei. Ich könnte eigentlich Luftsprünge machen und mich frei wie ein Vogel fühlen. Nur irgendwie wird dieses Gefühl der Freiheit von einem anderen Gefühl unterdrückt. Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich das erste mal das Gefühl habe, vor einer leeren Wand zu stehen. Eine leere Wand, die mich unsicher macht, mir schlaflose Nächte bereitet und mich teilweise überfordert.

 

Was möchte ich aus meinem Leben machen? Was macht mich glücklich? 

Ich möchte mich nicht beschweren. Ich bin wahnsinnig happy, den Bachelor endlich in der Tasche und das Studium abgeschlossen zu haben. Die harte Arbeit muss sich ja auch irgendwann auszahlen 😉 Wenn mich jetzt jedoch jemand fragt, was ich nach dem Bachelor machen möchte (was in letzter Zeit sehr häufig vorkommt), antworte ich immer und immer wieder das selbe: “Ich weiß es nicht.” In der heutigen Welt gibt so viele Möglichkeiten und Unmengen an potenziellen Dingen, die mir Spaß machen könnten. Aber was ich das Richtige für mich? Möchte ich mich ausschließlich auf den Blog konzentrieren? Ist es das, was ich wirklich von ganzem Herzen will? Möchte ich nach meinem Bachelor noch einen Master machen und mich in einem bestimmten Themengebiet noch weiterentwickeln? Dann wäre da noch die Frage des Wohnorts. Wo möchte ich leben? Wo möchte ich anfangen mir ein Leben aufzubauen? Ich habe das Gefühl, von potenziellen Möglichkeiten überschüttet zu werden. Zig Entscheidungen werden in den nächsten Monaten von mir verlangt. Aber welche ist die Richtige für mich? Was macht mich wirklich glücklich?

 

Ich habe gelernt, dass es nicht immer einen Plan braucht um glücklich zu sein

Ich habe die letzte Zeit sehr viel über meine Zukunft nachgedacht. Wahrscheinlich schon zu viel. Denn, ein Arzt von mir hatte mir mal gesagt: “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind (Albert Einstein).” Ja, ich bin ein Mensch, der wahnsinnig gerne philosophiert und sich über jede Kleinigkeit den Kopf zerbricht. Ich bin es einfach nicht gewohnt, unsicher zu sein. Denn, seit ich klein bin, bin ich es von mir gewohnt, immer genau zu wissen, was ich möchte.

Ich lerne ja gerade auf meine Abschluss Prüfung und in jedem Buch über Unternehmensstrategie wird gepredigt: “See Uncertainty as an Opportunity, not as a Threat”. Auch wenn ich in meinem Studium viele ‘unnütze’ Dinge lernen muss, diese ‘Weisheit’ kann man als BWL Student auch auf sein eigenes Leben übertragen. Jetzt habe ich die Möglichkeit tief in mich hinein zu hören, meine Wüsche zu ordnen und einfach mal Dinge aus zu probieren. Ja, es fällt mir schwer, mich momentan in einer Art ‘Findungsphase’ zu sehen und keinen fixen Plan zu haben. Vielleicht ist es aber gerade diese Zeit, auf die ich später positiv zurückblicke, da sie mir die Augen geöffnet hat. Ich bin zuversichtlich, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, an dem ich weiß, was zu tun ist. Manchmal braucht man eben keinen Plan um glücklich zu sein. Manchmal muss man einfach lernen, Dinge auf sich zukommen zu lassen, auf sein Herz zu hören und dessen Wünsche zu erkennen. An diesem Motto halte ich ganz stark fest. Wenn das funktioniert, kommt der Plan von ganz alleine, da bin ich mir sicher.

 

Nun würde mich noch eure Meinung zu dem Thema interessieren. Hattet ihr eine ähnliche Phase, nachdem ihr eurer Studium abgeschlossen habt? Wie geht ihr mit Ungewissheit um? Habt ihr es schon gelernt, auf eure innere Stimme zu hören und zu erkennen, was euch glücklich macht? Ich freue mich sehr auf den Austausch mit euch.

xoxo, Theresa

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1 Kommentar

  1. Melanie
    18. Januar 2018 / 12:47

    Hey Theresa!
    Ich hab dich vor kurzem auf Instagram entdeckt und ich liebe deine Bilder! 😍😍 grad wollte ich mal deinen Blog durchstöbern und bin auf diesen post gestoßen…
    Ich kann mich so gut wieder finden in dem was du schreibst (ich vergesse oft, dass es vielleicht jemanden gibt, dem es genauso geht wie mir🙈).
    Zwar bin ich noch mitten in meinem Studium, mach mir aber jetzt schon viele Gedanken wie es danach weiter gehen soll, weil ich mir bewusst bin, dass ich es danach (wenn nicht noch ein Master kommt, den ich eigentlich schon ausgeschlossen habe) in gewisser Weise nicht mehr selbst in der Hand habe.
    Am schlimmsten finde ich, dass manche Menschen in meinem Umfeld meinen, sie wüssten was das beste für mich ist und versuchen mich davon zu überzeugen. Das macht es mir schwer auf meine innere Stimme zu hören und verunsichert mich oft sehr… 😶
    Ich habe eine Idee davon was mich eventuell glücklich macht, das lässt sich nur momentan wegen der Gebundenheit zum Studium und mangels Geld nicht umsetzten.

    Jedenfalls hat mich dein Post sehr berührt und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung (falls du uns weiter zu dem Thema auf dem laufenden hältst😉)! 🤗

    Liebe Grüße
    Melli

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Theresa | Blogger & Editor in Chief

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